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Kalb


Neugeborene Kälber verfügen natürlicherweise über nur geringe Energiereserven (Glykogen, Fett) und haben durch ihre große Körperoberfläche im Verhältnis zum Gewicht eine sehr hohe Stoffwechselrate. Sie benötigen dementsprechend nach der Geburt schnellstmöglich energiereiche Nahrung. Was bei normal gesunden Kälbern schon wichtig ist, wird bei z. B. an Durchfall erkrankten Jungtieren lebenswichtig. Die bei Durchfall gestörten Verdauungsvorgänge führen bei den betroffenen Tieren sehr schnell zu Auszehrungen. Gerade das Immunsystem erkrankter Tiere hat Höchstleistungen zu vollbringen und benötigt dafür die bestmögliche Energieversorgung.
Auch die ausreichende Versorgung mit Vitaminen ist oft nicht gewährleistet, was vor allem in Stresssituationen und nach der Geburt besonders wichtig wäre. Vitaminmangel führt zu schlechter Konstitution und damit zu schlechterem Wachstum. Gerade in der Anfangszeit führt geringes Wachstum häufig zu fortwährendem Kümmern und später zu schlechteren Mast-, Milch- und Zuchtleistungen.

Die Kälberverluste liegen in Deutschland bei ca. 15%, drei Viertel davon können auf Durchfallerkrankungen zurückgeführt werden. Eine Behandlung ausschließlich mit Elektrolyttränken reicht in der Regel nicht aus. Sie kompensieren nur den Flüssigkeits- und Mineralverlust, bekämpfen aber nicht die Krankheitserreger, also die eigentliche Ursache. Eine zusätzliche Bekämpfung der schädlichen Keime mit Antibiotika hingegen birgt immer das Risiko der Resistenzbildung.

Warum sind Kälber so anfällig für Durchfall erregende Keime?
Bedingt durch einen anderen Aufbau der Plazenta im Vergleich zum Menschen, bekommt das Kalb nicht schon im Mutterleib Antikörper zugeführt. Es ist dementsprechend auf eine möglichst frühe Verabreichung von den Immunglobulinen aus dem Kolostrum angewiesen. Dieser passive Schutz aus der Biestmilch ist jedoch nur als immunologische Starthilfe gedacht. Das Kalb muss möglichst schnell seine eigene, aktive, Immunität aufbauen. Schon wenn alles ganz normal verläuft, bilden sich beim Kalb zwei Immunitätslücken, die erste gleich nach der Geburt, vor der ersten Aufnahme von Kolostrum, die zweite nach ca. 4-6 Wochen, wenn der passive Schutz (Kolostrum) schon wieder nachlässt, die eigene, aktive Immunität aber noch nicht aufgebaut ist. Wenn jetzt das Immunsystem noch zusätzlich durch Stress (Umstallen, Absetzen, Futterumstellung), schlechte Haltungsbedingungen (hohe Belegdichte, schlechte Stallklima) oder nicht ausgewogenes Futter (fehlende Mineralstoffe, Vitamine) belastet wird, finden Durchfallerreger ideale Bedingungen für eine Besiedlung vor. Wichtige Erreger sind hier:



Was sind die Auswirkungen?
Die verursachten Durchfälle führen häufig zum Tod der Tiere, zumindest aber zu schlechterer Leistung, die sich oft nicht nur während der Krankheit zeigt, sondern sich in bleibenden schlechteren täglichen Zunahmen manifestiert (Kümmerer) und zu finanziellen Einbußen führt.